Fitness-Trampoline – Sprung für Sprung die Gesundheit verbessern

Es gibt zahlreiche Sportarten, die dazu beitragen, den Menschen gesund und fit zu halten. Doch längst nicht alle Sportarten sind auch für jeden geeignet. Gelenkprobleme beispielsweise machen vielen Menschen schwer zu schaffen. In dem Fall ist guter Rat nicht immer teuer. Viele Betroffene gehen schwimmen oder sie nutzen ein altbekanntes Sportgerät, das vor allem von Kindern genutzt wurde und das sich in den letzten Jahren zum Trend entwickelt hat – das Fitness-Trampolin.

Das Trampolin ist längst kein Kinderspielzeug mehr, auch wenn das viele noch vermuten mögen, sondern hat seinen Siegeszug in die Fitnessstudios und privaten Sporträume der Erwachsenen angetreten. Aus gutem Grund, denn das Sportgerät hat viele Vorteile in den Bereichen Fitness und Gesundheit.

Das Fitness-Trampolin – Vom Spaßobjekt zum Profisport

Als das Trampolin in den 1930er Jahren entwickelt wurde, stand noch das Vergnügen im Vordergrund. Das Sportgerät hatte seinen Vorläufer in den Auffangnetzen der Hochartisten im Zirkus, diese schlugen oftmals noch ein paar Salti, nachdem sie sich in die Netze haben fallen lassen. Der US-amerikanische Entwickler des Trampolins war davon so angetan, dass er sich daran machte, eine deutlich kleinere Version des Fangnetzes zu bauen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und schon bald wurde der Nutzen für die Fitness und die Gesundheit entdeckt. Bereits 1953 entwickelte die Hochschule für Sport in Leipzig ein eigenes Gerät, um die Sprungkraft für Wasserspringer zu steigern, 1964 wurde der Internationale Trampolin-Verband gegründet.

Training für den Weltraumspaziergang

Diese Entwicklung blieb nicht unbemerkt. In den 1980er Jahren war die Weltraumbehörde NASA auf der Suche nach einem Sportgerät, mit dem sie ihre Astronauten fit für die Weltraumtouren machen konnte. Schließlich stieß die Behörde auf das Trampolin. Die folgenden Untersuchungen waren ein durchschlagender Erfolg. Verglichen mit anderen Sportarten erwies sich das Trampolin aus überaus effektiv. So reichen beispielsweise bereits zehn Minuten Training auf einem Trampolin aus, um einen dreißigminütigen Dauerlauf zu ersetzen. Sage und schreibe 400 Muskeln werden auf dem Trampolin gleichzeitig beansprucht.

Mittlerweile ist der Trampolinsport eine Olympische Disziplin, im Jahr 2000 wurde in Sydney der erste Wettkampf ausgefochten. Doch das Trampolin ist nicht nur für Astronauten und Profisportler geeignet, sondern für alle Menschen, ganz gleich welchen Alters.

Wie der professionelle Trampolinsport aussehen kann, könnt ihr in diesem Video sehen:

Was passiert beim Springen auf dem Trampolin?

Der Vorgang des Trampolinspringens dürfte wohl den meisten Menschen aus ihrer Kindheit in Erinnerung sein. Das Trainingsprinzip ist bei jeder Übung das gleiche und besteht aus einem rhythmischen Auf- und Abschwingen auf dem Sprungtuch, wodurch der Körper einem stetigem Impuls aus Druck und Zug ausgesetzt ist. Am oberen Umkehrpunkt wird der Körper kurzzeitig entlastet, im unteren Umkehrpunkt fühlt sich der Körper schwerer als sonst an.

Der Springende wird also in eine Art wechselnde Gravitation versetzt. Schon beim einfachen Wippen ist dieser Effekt zu bemerken. Die stetige Belastung des Körpers am unteren Umkehrpunkt und die gefühlte Schwerelosigkeit am oberen Umkehrpunkt stimuliert effektiv fast die gesamte Körpermuskulatur, sie wird belastet und wieder entlastet, ebenso die Knochen. Das Resultat ist ein höheres Muskelwachstum, ein effektiver Abbau des angelagerten Fetts und eine Stärkung der Knochen.

Vorteile des Trampolinsports für Kinder

Den Trampolinsport können nahezu alle Menschen ausüben, vom kleinen Kind bis zur Genration 60+, wobei die Menschen in jedem Lebensalter von einem anderen positiven Effekt des Trampolins profitieren. Bei Kindern und Heranwachsenden unterstützt das Trampolin die Entwicklung. Durch das Training entwickeln die Kinder ein gutes Bewusstsein für ihren Körper, wodurch die Herausforderungen des Wachstums besser gemeistert werden können. Zudem bilden sich neue Nervenbahnen und die Motorik wird gefördert. Durch die Eigengewichtsübungen wird auf kindgerechte Weise das Muskelwachstum angeregt, das Knochenwachstum gefördert und die Gelenke stimuliert.

Gerade bei Kindern auf einem Trampolin ist aber durchaus auch Vorsicht geboten, ansonsten kann sich ein Kind schnell verletzten. Kinder sollten daher beim springen auf dem Trampolin immer beaufsichtigt werden und in die potenziellen Gefahren eingewiesen werden. Empfehlenswert diesbezüglich ist ein Artikel aus dem Spiegel aus dem Jahr 2013.

Vorteile des Trampolinsports für Erwachsene

Die Erwachsenen hingegen profitieren ebenfalls von den effektiven und vergleichsweise schonenden Übungen zum Muskelaufbau. Besonders für Menschen, denen ihr Rücken durch die Büroarbeit Probleme bereitet, ist das Training mit dem Trampolin hervorragend geeignet. Denn es stärkt vor allem die Muskeln in der Rumpfgegend, so dass Rückenschmerzen vorgebeugt oder behandelt werden können.

Auch die Knochen der älteren Trampolinsportler profitieren noch von dem Sport. Die Bandscheibe, die als eine Art Puffer bei der sanften Stauchung des Körpers durch die Auf- und Abbewegung fungiert, wird dadurch stimuliert und gestärkt. Arthrosen, Knochenschwund und Osteoporose wird vorgebeugt. Das Trampolin kann ebenfalls zur Rehabilitation nach Knochenbrüchen eingesetzt werden, da durch den Sport die Durchblutung der Knochenhaut gewährleistet wird, wodurch die Knochen besser zusammenwachsen und gestärkt werden.

Effektiver Muskelaufbau durch temporäre Erhöhung der Gravitation

Für den Muskelaufbau ist die temporäre und wiederkehrende kurzzeitige Erhöhung der Schwerkraft hervorragend geeignet. Denn ein Großteil unserer Muskulatur ist die wichtigste Waffe der Lebewesen im Kampf mit der Schwerkraft. Durch die künstliche Erhöhung der Gravitation, bei welcher der Körper um bis das Vierfache des Körpergewichts auf das Sprungtuch zurückschwingt, werden die Muskeln daher auf die natürlichste Weise gekräftigt, die Muskeln werden beim Training auf dem Trampolin in einer Minute um bis zu 120 Mal angespannt.

Ganz gleich, welcher Muskel des Körpers, sowohl die glatte als auch die quergestreifte Muskulatur und auch der Herzmuskel werden effektiver mit Blut versorgt und durch die Impulse des Trainings gestärkt. Zudem wird das Lymphsystem gefordert, das im Körper dafür zuständig ist, Abfallprodukte abzuführen. Da dies durch die Kontraktion der Muskeln geschieht, profitiert das System indirekt vom Trampolintraining mit. Die Aktivität des Systems kann auf diese Weise um das 14-fache gesteigert werden.

Nicht angesprochene Muskeln mit einbeziehen

Der Muskelaufbau mit dem Trampolin kann hervorragend variiert werden. Anfänger können es leicht angehen lassen und mit locker herunterhängenden Armen trainieren, wobei vor allem die Muskulatur der Beine und des Rumpfes trainiert werden, die Arme, den Nacken und die Schultern weniger. Wer diese in das Training mit einbeziehen möchte, kann mit Hanteln oder Therabändern arbeiten, wodurch das Training allerdings nicht nur für die Arme, den Nacken und die Schultern intensiver wird, sondern auch für die Muskulatur der Beine und des Rumpfes.

Verbesserung der Durchblutung und der Venentätigkeit

Das Trampolinspringen ist zudem ein Segen für die Venen und damit die Blutzirkulation sowie für die Versorgung der Muskeln und Organe mit Nährstoffen und Sauerstoff. Gerade die moderne Lebensweise mit den sitzenden und stehenden Tätigkeiten fördert eine Schwäche der Venen und damit eine schlechtere Zirkulation des Blutes in den äußeren Extremitäten. Das Resultat sind Blutansammlungen in den Beinen, Spannungsschmerzen, schwaches Bindegewebe, und die allseits bekannten Krampfadern. Dies alles wirkt sich auch negativ auf das Herz aus. Mit dem Trampolin wird effektiv die Muskulatur der Beine trainiert und damit auch die Zirkulation des Blutes wieder angeregt, wodurch der Venenschwäche vorgebeugt werden kann.

Verbesserung der Gehirnleistung und Verbrennung von Kalorien

Darüber hinaus hilft das Trampolinspringen älteren Menschen auch bei der Erhaltung ihrer Gedächtnisleistung und verhindert einen Abbau der Gehirnleistungen. Dies kommt auch Betroffenen von Multipler Sklerose zugute, ebenso wie das Training der Koordination durch die Übungen auf dem Trampolin. Dass das Training auf dem Trampolin natürlich auch beim Abnehmen hilft, wird dabei fast zur Nebensache. Aber nur fast. Einige Hersteller von Trampolinen sprechen von bis zu 500 verbrannten Kalorien in einem 30-minütigen Training. Experten gehen nicht ganz so hoch ran. Ihre Einschätzung von 750 Kalorien in einer Stunde auf dem Trampolin ist allerdings immer noch respektabel. Aufgrund dieser zahlreichen Vorteile hat es das Trampolin geschafft, weit mehr als nur ein Sportgerät in Fitnessstudios zu sein.

Übungen daheim oder Kurse im Fitnessstudio

Aufgrund des effektiven Muskelaufbaus durch das Training mit dem Trampolin ist es ein sehr beliebtes Trainingsobjekt, das sich heute in vielen privaten Sporträumen findet. Anfänger können sich für ihre ersten Übungen Anregungen von den DVDs holen, die viele Hersteller der Sportgeräte zusätzlich anbieten oder beim Kauf des Trampolins beilegen. Wer kein Geld für eine DVD ausgeben will, findet zahlreiche Anleitungen auf Videoplattformen wie youtube, mit denen die Übungen spielend leicht erlernt werden können. Doch auch Fitnessstudios haben längst den Trend der Zeit erkannt, zahlreiche Sportcenter bieten Trampolin-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene an, die rege besucht werden. Die schweißtreibenden aber effektiven Kurse werden zumeist mit lauten und treibenden Beats unterlegt, welche die Sportler zusätzlich motivieren wollen, wodurch der Spaßfaktor noch steigt.

Das Fitness-Trampolin in der Physiotherapie

Doch längst ist das Trampolin über die Grenzen der Studios hinaus gelangt. Das Sportgerät ist nicht nur für Abnehmwillige gedacht oder für Menschen, die ihre Muskel trimmen wollen, sondern auch für Betroffene, die sich aufgrund eines körperlichen Leidens einer physiotherapeutischen Behandlung unterziehen müssen. Nach einer längeren verpflichteten Liegezeit im Bett, einer Operation oder nach einem Knochenbruch, nach dem das betreffende Körperteil länger ruhen musste, können die Muskeln mit dem Trampolin hervorragend regeneriert werden. Zudem unterstützt das Training mit dem Trampolin die Regeneration der Knochen und hilft bei Osteoporose.

Fitness-Trampolin – Mit oder ohne Haltestange?

Für das Training mit dem Trampolin können unterschiedlichste Arten herangezogen werden. Anfänger sowie Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Stand haben oder deren Muskulatur noch zu geschwächt ist, können Trampoline mit einer unterstützenden Haltestange nutzen. Ein professionelles Fitness-Trampolin mit Haltestange wäre beispielsweise das MaXimus Pro Falt Rebounder Mini-Trampolin. Fortgeschrittene können auf Trampoline zurückgreifen, bei denen sie nicht durch eine Haltestange behindert werden. Mehr dazu unter Fitness-Trampolin mit Griff?

Tipps zum Kauf eines Fitness-Trampolins

Auf jeden Fall sollte vor dem Kauf eines solchen Sportgerätes genau auf die Bespannung geachtet werden. Ist diese zu hart, wird der Körper beim Zurückschwingen kaum abgefangen. Die Folge sind belastete Gelenke und ein Training ohne Wirkung. Zudem sollte der Rand gut gepolstert sein. Fehlsprünge passieren nicht selten, vor allem bei Anfängern und Menschen, deren Koordination beeinträchtigt ist. Sind der Rand oder eventuelle Kanten nur unzureichend oder schlimmstenfalls gar nicht gepolstert, sind Verletzungen die Folge. Wird dies beachtet, steht dem Spaßfaktor nichts im Wege.

Ist geplant, ein Trampolin zu kaufen, um damit eine Muskel- oder Knochentherapie durchzuführen oder zu unterstützen, sollte vorher Rücksprache mit dem Arzt oder Physiotherapeuten gehalten werden, um sicherzugehen, dass dies das Leiden nicht verschlimmert und um sich Tipps für die Übungen geben zu lassen.

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